Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Zur Startseite gehen
Alarmstufe Rot: Maschinenmanipulation in der Industrie

Alarmstufe Rot: Maschinenmanipulation in der Industrie

15.12.2022

Erst kürzlich hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in der "DGUV Information 213-114" auf die hohe Unfallquote bei der Arbeit an Maschinen hingewiesen1. Zu den Gründen zählen fahrlässige Fehleinschätzungen hinsichtlich Beschaffung, betrieblicher Eignung und im Umgang mit den Maschinen ebenso wie  bewusste Eingriffe an den Sicherheitsvorrichtungen – nicht selten geduldet durch Vorgesetzte, wie aus einer aktuellen Umfrage des IFA (Institut für Arbeitsschutz der DGUV) hervorgeht.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden in den Jahren 2019 bis 2022 mehr als 840 Personen aus deutschen Industriebetrieben zu ihren Erfahrungen mit manipulierten Schutzeinrichtungen befragt. Bei den Teilnehmern der Umfrage handelt es sich überwiegend um Sicherheitsfachkräfte, -beauftragte und Führungspersonen, deren Antworten jetzt online veröffentlicht wurden2.

Nahezu 30 % aller Maschinen sind manipuliert, manche sogar dauerhaft

Erschütternd ist, dass der Studie zufolge viele Vorgesetzte nicht nur von den Manipulationen wissen, sondern diese sogar unterstützen. Insgesamt scheinen sicherheitsrelevante Eingriffe kein seltenes Phänomen zu sein, sondern gängige Praxis. Zur Verdeutlichung einige Zahlen, die wir der Auswertung der IFA-Umfrage zur Manipulation von Schutzeinrichtungen (vgl. Seite 7 ff.) entnommen haben:

  • über 50 % der Vorgesetzten waren Manipulation bekannt 
  • beinahe 64 % der Betriebe pfuschen bei der Störungssuche bzw. -beseitigung
  • 52 % betrügen beim Einrichten bzw. Einstellen und
  • knapp 51 % bei der Reparatur bzw. Instandsetzung 
  • mit ganzen 46 % werden bewegliche, abschaltende Schutzeinrichtungen am häufigsten manipuliert
  • mit fast 33 % folgen fest verschraubte Schutzeinrichtungen 

 

Eine Checkliste für Schutzeinrichtungen

Zum Aufatmen: Personen aus allen Hierarchieebenen können sich an der Ja-Nein-Entfällt-Checkliste der DGUV orientieren und mithelfen, riskante Eingriffe an Schutzeinrichtungen zu verhindern. Dazu schlägt die DGUV einen segmentierten Kontrollprozess vor, der weit vor der maschinellen Inbetriebnahme beginnt – nämlich bei der Anschaffung. Werden in diesem ersten Schritt bereits bestimmte Kriterien priorisiert, kommt Ihnen das als präventive Maßnahme zugute. Darauf aufbauend verlangen sowohl die Maschine als auch die Schutzeinrichtung nach gewissenhafter Überprüfung. Dies betrifft beispielsweise die Betriebsart, individuelle Einrichtung und Vorschriften zur Beseitigung von Störungen. Selbst selbstverständliche Dinge wie das Lesen der Bedienungsanleitung sind nicht zu unterschätzen.

Und wie geht es weiter?

Erst wenn diese Punkte erledigt sind, folgt die sachgerechte Einweisung und Weiterbildung im Umgang mit den Maschinen. Denn jede Maschinenbedienung erfordert geschultes und verantwortungsbewusstes Personal. Für die Vermittlung wichtiger Hard- und Softskills bieten sich entsprechende Lehrgänge an.  

Unfallverhütung ist Chefsache

Und hier greift die Erwartung an die Fürsorgepflicht der Vorgesetzten. Denn: Vorgesetzte sind verpflichtet, verantwortungsbewusst zu handeln. Damit Schutzeinrichtungen und Maschinen ihrem Zweck nach langlebig und zuverlässig dienen können, bedarf es überzeugter Vorgesetzter, die vorausschauend agieren. Denn sie seien „der beste Schutz vor Manipulation“, bringt es Stefan Otto, Experte für Maschinensicherheit im IFA, auf den Punkt.

Teils tödliche Kollateralfolgen – bis zu 10.000 Unfälle pro Jahr

Die tiefgreifenden Konsequenzen der Manipulation reihen sich in einem fatalen Dominosystem aneinander. Die schlimmste von allen: das Gefährden menschlicher Leben. In jedem Jahr ereignen sich in Deutschland schätzungsweise 10.000 Unfälle, darunter auch solche mit tödlichem Ausgang, die ihre Ursache in manipulierten Schutzeinrichtungen haben (vgl. DGUV-Newsletter vom 6.12.2022).  Damit in Relation gesetzt, wiegen die übrigen Folgen solcher Eingriffe weit weniger schwer: nervliche Strapazen, immense finanzielle Einbußen und natürlich strafrechtliches Handeln.

Drehmaschine mit Schutzeinrichtung

Wie wir Sie und Ihr Team schützen

So weit muss es allerdings nicht kommen. Daher stellen wir grundsätzlich sicher, dass unsere Schutzeinrichtungen den Anforderungen entsprechend ausgewählt und fachgerecht montiert werden. Zusätzlich sind unsere Monteure stets auf dem aktuellen Stand, was gesetzliche Vorgaben zur Maschinensicherheit angeht.

Wenn Sie eine Beratung bezüglich Schutzeinrichtungen wünschen, sind wir gerne für Sie da.

>>>MOWOTAS Ansprechpartner kontaktieren

 

1  Quelle: DGUV Information 213-114, November 2022, herausgegeben vom Arbeitskreis „Manipulation von Schutzeinrichtungen“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V.

Quelle:  Auswertung der Online-Umfrage "Manipulation von Schutzeinrichtungen", November 2022, erstellt vom Institut Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)

 

 

Passende Artikel
Produktgalerie überspringen

Drehmaschinen-Schutzeinrichtung gleitend MAJOR

Eine umfassende Drehmaschinen Schutzeinrichtung erhalten Sie mit unserem MAJOR. Er ist für jede Art von Drehbänken geeignet, denn er verfügt über eine doppelte Positionierungsmöglichkeit.  Diese Schutzverkleidung ist auf Kugelführungen gleitend und auf dem Spindelstock der Drehmaschine angebracht. Das robuste Stahlblech und die großen Fenster an der oberen und vorderen Seite ermöglichen Ihnen eine direkte Sicht in den Arbeitsraum.  Schützen Sie sich vor Kontakt mit dem rotierenden Drehfutter. Zudem werden auch heiße Späne, Öl, Kühlmittel oder jede andere Art von fliegenden Teilen durch den Drehfutterschutz abgewehrt.  Der MAJOR Drehmaschinen-Schutz wird vollständig mit Mikroschalter-System geliefert. Wählen sie die passende Größe für Ihre Drehmaschine, Schutzfenster aus Polycarbonat oder aus bruchsicherem Glas und nach Wunsch eine integrierte Beleuchtung. Lieferumfang der Drehmaschinen Schutzeinrichtung Major: Aufnahme mit Sicherheitsschalter, Schutzhaube im gewählten Durchmesser, Ausstattung nach Wahl, Montageanleitung, CE-Konformitätserklärung   Hinweis zu Polycarbonat: Gemäß dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist es notwendig die Polycarbonatscheibe am Schutzfenster regelmäßig auf Beschädigungen (Risse, Kratzer etc.) zu prüfen und bei sichtbaren Defekten unverzüglich auszutauschen. Da die Versprödung des Materiales nicht per Sichtprüfung zu erkennen ist, empfiehlt sich eine Austauschfrist von spätestens 2 Jahren.

Ab 1.084,00 €*
Details

Schutzeinrichtung PR mit gleitender Tür für Flachschleifmaschinen

Universelle Schutzvorrichtung aus massiver Stahlkonstruktion mit einer oder zwei schiebbaren Türen für Flachschleifmaschinen.  Jede Tür hat einen transparenten und schlagfesten Schirm aus Polycarbonat. Dank des Sicherheitsmikroschalters in Schutzart IP67 wird Ihre Maschine gestoppt, sobald der verriegelte Schutz geöffnet wird. Bei geöffneter Tür wird ein Laufen der Maschine ebenfalls unterbunden.  Wollen Sie die Tür länger geschlossen lassen (z.B. bei lang auslaufenden Maschinen) empfehlen wir unsere Schaltbox zum terminierten Öffnen von Schutzeinrichtungen.  Lieferumfang:Schutzeinrichtung in gewählter Ausstattung, mit 1 oder 2 Türen, Sicherheitsmikroschalter, Montageanleitung, CE-Konformitätserklärung Verwendung an: Schleifmaschinen Schutz vor: Späne, Flüssigkeiten Material Rahmen: Stahlrahmen Schutzfenster: Polycarbonat Montage: horizontal, gleitend Türgröße: nach Modell Beleuchtung: ohne Schalter: mit elektromagnetischem Mikroschalter, mit Mikroschalter Schienenlänge: individuelle Sonderanfertigung, Länge nach Kundenwunsch

Preis auf Anfrage
Details